Twindows - Fenster mit 2 Seiten

Sichere Fenster


Uwe Glock

Gespräch mit FG-Sicherheitsfachmann Uwe Glock.

C. Tesch: Wann ist ein Fenster sicher?

Uwe Glock: Fenster werden nach bestimmten Sicherheitsstufen klassifiziert. Es gibt zum einen das Standardfenster, das mit einer bestimmten „Grundsicherheit“ ausgestattet ist. Das heißt, es besteht aus Isolierglas und hat die notwendigen Verriegelungen um das Fenster sicher geschlossen zu halten. Daneben gibt es bestimmte Klassifizierungen, von der Widerstandsklasse (WK) eins bis fünf. Im Holz- und Aluminiumbereich bewegen wir uns aber hauptsächlich bei WK eins und zwei, was für den normalen Bausektor auch ausreichend ist. Die Sicherheitsstufen beinhalten eine Aufrüstung der Beschläge, der Glasart und der Einbausituation im Mauerwerk.

C. Tesch: Welche Unterschiede gibt es zum Beispiel bei den Beschlägen?

Uwe Glock: Die Beschläge werden mit so genannten Pilzzapfen ausgerüstet. Das heißt, die Riegelungszapfen im Flügel- und Rahmenteil des Fensters greifen U-förmig ineinander. Sie sind also dreiseitig umfasst. Dadurch wird verhindert, dass sich das Fenster seitlich bewegen und damit aufhebeln kann. Je höher die Widerstandsklasse ist, desto höher ist auch die Anzahl der Verriegelungspunkte, also der Zapfen.

C. Tesch: Welche verschiedenen Glassorten gibt es?

Uwe Glock: Bei den Glassorten gibt es das 2x4 mm Standardglas, das aufgerüstet werden kann. Auch hier gibt es verschiedene Sicherheitsklassen. Die Sicherheitsgläser sind mit Verbundglas in unterschiedlicher Stärke ausgerüstet. Zwischen einer Doppelscheibe befindet sich eine Kunststofffolie. So wird das Glas dicker, aber auch fester. Die Folie zwischen den Scheiben bewirkt, dass beim Zersplittern eines Glases die zweite Scheibe stabil bleibt. Beim Durchsehen ist die Folie nicht zu erkennen. Stärkere Gläser können allerdings in der Färbung etwas nachlassen. Dann kann ein „grauer Gardineneffekt“ entstehen. Dieser Effekt tritt aber bei dicken Gläsern generell auf.

C. Tesch: Ist es bei den Sicherheitsgläsern noch möglich die Scheibe einzuschlagen?

Uwe Glock: Im Prinzip ist das Zerschlagen der Scheibe möglich. Es ist nur eine Frage der Zeit und der Materialien. Es macht einen Unterschied, ob eine Scheibe mit einem Fußball, einem einfachen Ziegelstein oder mit einem Hammer bearbeitet wird. Aber auch mit einem Vorschlaghammer trifft man zunächst auf einen gewissen Widerstand. Die Widerstandsklasse wird danach festgelegt, wie lange ein Einbrecher mit einem bestimmten Material benötigen darf, um die Scheibe zu zerstören.

C. Tesch: Wie kann man Fenster durch den Einbau sicherer machen?

Uwe Glock: Das Fenster darf nicht einfach nur mit dem Mauerwerk verschraubt werden, sondern es sollte eine Verklotzung erfolgen. Dabei werden in den Einbauspalt, der zwischen Fenster und Mauerwerk entsteht, keilförmige Holzklötze eingesetzt. So wird  ein Verdrücken des Fensterrahmens verhindert. Diese drei Bereiche, in denen man die Sicherheitsstufe von Fenstern variieren kann, bilden eine Einheit. Es nützt nicht viel, wenn man das Glas verstärkt, das Fenster aber nur mit der Wand verschraubt. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit die Fenster zu überwachen. Dabei wird ein Sicherheitsglas zusätzlich mit Glasbruchmeldern ausgerüstet. So wird ein Zerschlagen, aber auch schon das Bearbeiten der Scheibe über eine Alarmanlage erkannt. 

C. Tesch: Kann ein Einbrecher diese Kontakte sehen?

Uwe Glock: Ja, die sind sichtbar. Man muss sich das wie ein kleines Spinnennetz vorstellen. Dieses ist in einer Ecke des Fensters erkennbar. Das Spezialglas, das bei solchen Scheiben verwendet wird, springt bei Bearbeitung sofort in tausend kleine Teile. Dadurch wird der Ruhestrom im Glasspinn unterbrochen. Der Alarm wird ausgelöst. Die elektronische Überwachung lässt sich auch bei den Beschlägen fortführen. Dabei wird das Bauteil im Beschlag integriert und meldet ein Signal an die Alarmanlage, sobald das Fenster aufgehebelt wird.

C. Tesch: Ist das letztlich genauso sicher wie Gitter vor den Fenstern?

Uwe Glock: Ja, auf jeden Fall. Um ein Gitter auszuhebeln braucht man ja auch bestimmtes Werkzeug. Und man erspart sich natürlich die hässlichen Gitter vor den Fenstern.

C. Tesch: Mit einem guten Rollladen hab ich aber auch schon viel für meine Sicherheit getan?

Uwe Glock: Das ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass ein Rollladen vor Einbruch schützt. Das ist aber ein Trugschluss! Die können relativ unkompliziert ausgehebelt werden.

C. Tesch: Fritz Glock wird oft bei Bauvorhaben mit anspruchsvoller Architektur beauftragt, sind damit auch besondere Ansprüche an die Sicherheit verbunden?

Uwe Glock: Man merkt das extrem in Großstädten, ganz besonders in Berlin. Da ist das Sicherheitsbedürfnis manchmal sogar wichtiger als die Architektur. Das ist ganz anders als in Regionen, die nicht so stark von Kriminalität geplagt sind. Insgesamt ist es bei hochwertigen Bauvorhaben so, dass Sicherheit immer eine wichtige Rolle spielt. Bei manchen Projekten wird die Sicherheitsstufe von der Versicherung vorgegeben.

C. Tesch: Können Sie beziffern, was die Investition in zusätzliche Sicherheit kostet?

Uwe Glock: Für die Aufrüstung der Beschläge lässt sich das ziemlich genau bestimmen. Bei der Widerstandsklasse eins liegt man bei cirka 30 Euro pro Quadratmeter und bei der WK 2 sind es  dann schon bis zu 35 Euro mehr. Beim Glas ist das etwas schwieriger. Allgemein kann lässt sich sagen, dass man je nach Klassifizierung mit einem Aufpreis von 40 bis 100 Euro pro Quadratmeter Fenster rechnen muss.

C. Tesch: Wie geht es bei FritzGlock in Sachen Fenstersicherheit weiter?

Uwe Glock: Wir lassen gerade ein eigenes WK 2 Fenster im Holz-Aluminiumbereich von einem Prüfinstitut prüfen. Das werden wir als unser Twindows WK 2 Sicherheitsfenster anbieten.

Diese Fenster werden zwar auch jetzt schon von uns gebaut, jedoch wird manchmal die Zertifizierung verlangt..

C. Tesch: Vielen Dank für das Gespräch.